Das Konzept der inneren Stille (Ein Weg zur Erleuchtung) – über das Gefühl

e Zweifellos ist das Folgende  nicht jedermanns Sache. Es ist ein recht ultimatives Konzept. Wer Gefallen an dem Begriff BEWUSSTSEINS-REISENDER findet, der könnte hier vielleicht fündig werden. Immerhin könnte man meinen, was wollen wir noch aus dem Leben schöpfen, ausser den Reisen von Moment zu Moment. Wie sehr kann sich ein Augenblick verändern, allein durch unsere gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit! Und es gibt noch etwas Besonderes, was gewöhnlich sehr unterschätzt wird: EIN GUTES GEFÜHL ZU HABEN. Das ist ein Lebenselexier und nicht einfach nur eine Möglichkeit.

Eine Vorgeschichte: Die Prägung und der Verlust der Gefühle

Bevor ich zum eigentlichen Thema Erleuchtung komme, möchte ich hervorheben wie wichtig dafür das Gefühl ist. Indianer und Naturvölker sind es noch am ehesten, die moderne Zivilisation am wenigsten, die für das Gefühl stehen. Man mag es einordnen, wie man will: als ein Lebensgefühl, ein Gefühl verbunden zu sein mit Mutter Erde, universelle Liebe, oder ähnliches.
Folgendes soll bitte nicht als sinnlose Anklage verstanden werden, sondern als Mittel, das Alte abzuhaken als zu überwindende moralische Krankheit. Kurz gesagt: Was uns geprägt hat, ist es nicht wert, länger ernst genommen zu werden. Wenngleich ich befürworte, eine friedliche Reaktion auf all die Bosheit zu finden, die uns widerfahren ist. Denn alles andere würde uns nur weiter im Abgrund der Gefühllosigkeit belassen.

DER GEIST MUSS VOM SCHÄDLICHEN BEFREIT WERDEN, UM PLATZ FÜR DAS WIRKLICHE ZU SCHAFFEN.

Wenn ich mich umschaue und auch auf mich (man kennt sich selbst am besten), und wenn ich zurückschaue, wie es in einigen Momenten mal für mich gewesen war: dann kann ich allgemein sagen, dass nahezu die gesamte Menschheit in ihrem Gefühl verloren gegangen ist. Statt dieses trüben  Alltags-trotts voller Sorgen gibt es nämlich ein Gefühl, das nicht einfach nur geklärt ist, sondern ein Ausdruck psychisch-seelischer Ganzheit ist.

Man könnte es universelle Liebe nennen – aber für mich ist dieses Gefühl nicht bloß eine Möglichkeit, die unser Leben emporhebt, so wie ein Luxus, auf den man verzichten könnte. Nein, die moderne Zivilisation ist nichts wert, wenn es dieses Gefühl nicht würdigt und Umstände schafft , die die Gefühlsnatur des Menschen geradezu zerstören. Aufgrund meiner Erfahrung mit Erleuchtungszuständen ist dieses Gefühl der Inbegriff psychischer-seelischer Gesundheit, oder anders gesagt der Inbegriff des Seelischen. Für mich ist es Inbegriff einer Notwendigkeit.
Und man muss einfach sagen, dass wir als Mensch dieses Gefühl unterschätzen gelernt haben.
Sicher deshalb, weil es Kräfte gibt, die uns von dieser inneren Stärke weg locken wollten. Wir wurden in diese Welt geboren, und es begann schon mit dem ersten Griff zum Baby , mit der sogenannten entwürdigenden Entziehung – pardon: man nennt es ja Erziehung: Der Mensch eine Sache, die man behandeln muss. Wegziehen von seiner Natur, in einen Zustand permanenter Notfallpläne: Die Not, zu existieren, die Not, das verlorene Lebensgefühl mit Materialismus zu kompensieren. Siehe! Wir stehen jetzt in Zeiten (des Aufstiegs), wo die Leute, die sich an den Materialismus gebunden haben, offenbaren werden, wie unglücklich sie damit (geworden) sind. Immer mehr kommt es zur inneren Krise, und ich spüre an den Leuten um mich herum, wie die depressive Kälte in ihrem Herzen vor der glückseligmachenden kosmischen Energie verschliesst. Auch in mir sehe ich noch so manches Relikt und es ist die „Niedergeschlagenheit“ nur Ausdruck, wie wir als Mensch von den selbst geschaffenen moralischen und institutionalisierten Lebensfeindlichkeiten niedergeschlagen wurden.

Man glaubte, oder wollte es so sehen: Dass wir schwache arme Babys sind, und so behandelt man uns noch später. Keine Institution in dieser Gesellschaft verbreitet die Idee, dass wir uns nur selbst finden müssen, um das Leben auf gesunden Boden leben zu können. Alles muss geregelt werden, weil wir ja schwache Wesen sein sollen. Nichts kriegen wir von allein zustande. So leben wir auch kollektiv gesehen ganz weit weg von der kleinsten Möglichkeit der Selbst-Organisation – für nahezu alles braucht es eine behördliche Genehmigung oder es werden Steuern erhoben, die nur dazu dienen, das System der Entziehung von Lebenskräften aufrecht zu erhalten. Das Leben nach Plan, und der Plan ist bloß ein DAHINVEGETIEREN, ohne eine sichere Zukunft. Nur Versprechen. Und wenn man dann Rentner ist, ist man kurz gesagt zu alt, um noch das Leben noch zu leben, das man einst hätte leben wollen. Denn dann hat man 40 Arbeitsjahre sich antrainiert, ein Leben nach Plan zu leben. Ein Häkchen für die Sollerfüllung, das abgehakte Leben.
Es braucht für alles eine Anleitung, gemäß verstandesmässiger Operationen. Kein Gefühl für die Sache  haben wir mehr.
Als medialer Mensch sehe ich die Energie, die entsteht, wenn meine Nachbarn irgendetwas im Garten tun ( am Anderen lässt sich immer alles am besten beobachten, und deshalb haben wir auch so viele Vorurteile): Es wird immer nur etwas hinter sich gebracht, erst A, dann B, aber kein Gefühl, keine echte Beteiligung. Eine quasi innere Leere verbleibt an diesen Orten, wo etwas getan wurde (bemerkenswert die energetische Schwärze, wo Holzfäller ihr Werk verrichteten). Vielleicht gibt es nach der Tat eine Begutachtung, so ganz am Schluss: alles in sauberster  „deutscher  Ordnung“.

„Damit kann ich mich blicken lassen, niemand kann mir jetzt mehr böse sein, alles in Ordnung“.

Oder auch folgendes ist typisch: Keine Barmherzigkeit auf Ämtern. Denn es ist alles innerhalb einer ungesunden Ordnung eingerichtet, an die wir uns alle halten sollen. So kommt es und kam es, dass die Menschen in ihrem SO-SEIN gedemütigt werden, Ungerechtigkeit erfahren und es für normal halten, diesen schwarzen Balken in ihren Augen weiter zu geben an ihre Nachkommen oder an die Umgebung (Hate-Tube, Hate-Book).
Dass die Gefühle missachtet wurden, diese Heiligkeit eines seelisch fundierten Wesens. Tatsache! Und die Folgen sieht man täglich.

Nein, es geht nicht um einen Freifahrtschein für das wilde Kind, das machen kann, was es will. Es geht um die Kunst der Erziehung, in der die Menschheit kollektiv versagte (ich habe keine Kinder und kann gut reden, aber ich weiss auch, warum ich keine Kinder in diese Welt „setzen“ will, nämlich um zu vermeiden zu scheitern angesichts einer Regelwut, die polizeilich eingehalten werden soll, und angesichts eines sozialen Umfelds, das man nicht gerade als intakt und gesund definieren kann).
Wenn ein Kind Grenzen übertritt, muss dieses Kind die Grenzen erfahren – aber es ist die Kunst, dabei das innere heilige Gefühl des Wesen bzw. des Kindes nicht zu zerstören. Mit anderen Worten, Kinder und Menschen eben mit der Grenzerfahrung nicht in den Schlaf zu wiegen.
Wenn wir Erwachsene geworden sind betrachten wir die Gefühls- und Phantasiewelt der Kinder  als zu überwindendes Relikt. Doch diese scheinbar vernünftige Betrachtungsart ist nur Ausdruck des Schlafes oder der Zerstörung unserer Ganzheit, weil wir das mysthische Gefühl zusammen mit dem guten Lebensgefühl nicht nur verloren haben. Sondern auch noch entwerten als Unsinn, Quatsch, Irritation, Infantilität. Kränker geht es kaum noch.

So sind wir nicht selten mit negativen Programmierungen, Entwürdigungen, Demütigungen, Zwängen genährt, aber spätestens mit der Schule sind wir auf jeden Fall damit genährt: das gute Gefühl zu verlagern in die Pseudo-Gesundheit materiellen Habens. Sichtbares, nicht erlebbares. Karriere, äußerliche Bedeutung, als sei es der Weg zur Gesundheit. Das ist so lächerlich, dass ich mich frage, warum es niemanden auffällt. Aber schlimmer noch, die Schule ist der Wegbereiter. Institutionalisierter Druck, Nötigung und moralische Mahnung nebst Kinderarbeit (Leistungserfüllung wird eingefordert).

Die Schule ist ein Ort der Vergehen. Allein, dass man Kinder zusammenpfercht wie in einen Hühnerstall, und dabei die soziale Hackordnung trainiert, das ist schon genug, um dieses gute ursprünglich in uns angelegte Gefühl vergessen zu machen. Ohne Gefühl, haben wir keine echte Orientierung im Leben und es ist nur naheliegend, dass das Leben dann veräussert wird. Materialismus und Karriere, Status-Symbole, Geldwerte.  Alles im Aussen. „Was mag der Nachbar nur denken“. „Was habe ich später an Rente?“ Als würde der Reichtum immer noch sehnlichst gesucht, aber an der falschen Stelle. Denn wir haben gelernt, das gute Gefühl „zählt“ nichts. Und dabei ist nur das ein echter Reichtum, unvergänglich und sogar der Boden für weiteres Wachstum von innerem Reichtum. So verblendet sind wir übrigens, dass wir solche Ansichten über das Wahre und Wichtige für Quatsch, Unsinn, Verblendung oder Narretei halten. Nicht selten denke ich an Platons Höhlengleichnis. Man möchte anderen nun mitteilen, was man als Wahr erkannt hat und wird dafür  gesteinigt (die üblichen abfälligen Bewertungen).

Warum ist das Gefühl in uns so wichtig? Weil es uns nährt. Weil es uns stabilisiert. Weil es uns an unsere (seelische) Quelle führt, und uns ganz macht. Nebenbei gesagt, ein gutes Gefühl macht auch die Welt heile, nicht nur weil wir anders handeln. Es geht auch um Energien. Die Vorstellung, alles sei nur physisch und es gäbe keine energetischen Felder, keine energetischen Ausstrahlungen (der Aura, unseres Bewusstseins usw.), diese Vorstellung erscheint mir, wie den so vielen Anderen die Vorstellung, die Welt sei eine Scheibe. So viele verachten die Unvernunft anderer, weil sie eine flache Erde befürworten und niemand hat auch nur einen Gedanken daran verschwendet, ob so eine Vorstellung vielleicht ein gutes Gefühl liefert. Weil wir sagen uns,  es ist nur die Wahrheit die uns stark macht. Hmmm, wenn ich mich umschaue, zerbrechen wir kollektiv doch in einem Meer von bedeutungslosen Wahrheiten. Da ist mir jeder irrwitzige Mythos lieber, wenn sich dabei auch nur ein Funken mysthisches und gutes Gefühl einstellt. Anders gesagt, das Wesentliche (als Begriff: an das Wesen der Dinge erinnernd), darum sollte es uns gehen. Aber wir denken, das Wesentliche sei bloß dann ein Wesentliches, wenn es als Tatsache und Wahrheit bezeichenbar ist … – dabei zählt der innere Gehalt und das womit wir wirklich leben, überhaupt nichts.  Was die Sichtweise auf die Dinge mit uns macht: verloren, verdrängt, vergessen!
Die antiken Griechen erfanden die Geschichte neu, haben Helden und Götter hineingesponnen, und damit das Geschehene befreit aus der Ohnmacht bedeutungslosen Krieges und Zerstörens. Sie konnten damit besser leben… als ohne Mythen.

Was zählt schon Vernunft und Wahrheit, was zählt eine Weltbeschreibung, wenn sie uns nicht weiter hilft? Da gibt es dann keinen Unterschied zwischen Wahn und Wahrheit, wenn beides gleichermaßen den Menschen in den Abgrund führt. Nur mal so dahin gesagt, um die angeblich vernünftige Weltbeschreibung der Neuzeit aus den Angel zu heben.

Wie oft erleben wir Rücksichtslosigkeit, die uns nur weiter abstumpft. Wir können ohne gutes Gefühl uns nicht zwingen, gute Gefühle zu verbreiten. Rein individuell gesehen bieten diese guten Gefühle wie gesagt eine Nahrung oder Treibstoff für die Wahrnehmungsfähigkeit. Gute Gefühle verbrauchen keine Energie, sie steigern unsere Energie.

Dieses Kapitel soll nicht Wut schüren, nein. Ich denke, es kann doch recht nützlich sein, das Gegenwärtige zu entlarven als obsolet, um sich dann besser frei machen zu können. Vor Gott oder dem Schicksal müssen wir unseren Weg finden. Die Gesellschaftsordnung und die Massen haben nicht ihren Weg gefunden, weil wie geht das, wenn dieser Weg einem blinden Plan folgt? Sicher, wir müssen darin existieren, und jede Anarchie fordert nur die Reaktion von aussen heraus und wird uns unfreier machen, oder letztlich tun wir böses gegen die ach so depperte Gesellschaftsordnung (Projektion) und werden im Kampf gegen andere Wesen genau zu denen, die wir eigentlich „bekämpfen“ wollen – aber wir können uns im gegebenen Rahmen innerlich frei machen! Und den Kampf als eine Sache betrachten, die allein mit uns zu tun hat! Nämlich mit unseren Vorstellungen…

Bewusstseinsenergie

Alle Gedanken und besonders negative Emotionen verbrauchen jene Bewusstseinsenergie, die für diese Wahrnehmungskraft erforderlich ist. Ja, bereits Gedanken aller Art verbrauchen diese Energie aber noch mehr die negativen, aufwühlenden, impulsgeladenen (die „ich muss jetzt was tun“-Ventil-suche).

So ein Weg der Ernüchterung wird verständlich in seiner praktischen Anwendbarkeit durch die Logik, dass eine Entscheidung oder Handlung an sich keine Vielzahl an Gedanken benötigt, ausser einigen wenigen, die exakt und effizient die jeweilige Entscheidung prüfen, bevor wir diese Entscheidung umsetzen.

Was später einmal möglich sein kann: Was ist nun, wenn die Instanz, die uns eine Entscheidung nahelegt, nicht mehr vom Verstand herrührt, sondern von einer höheren Instanz? Meine Erfahrungen vor langer Zeit haben mich immer wieder dahin geführt, dass es in uns etwas gibt, das viel besser und klarer um die Konsequenz einer Handlung weiss – und vorher wusste ich mit dem Verstand nicht, ob es sinnvoll ist. Um sich auf solche Entscheidungen einzulassen, braucht es Vertrauen, besonders am Beginn solcher Abenteuer. Aber später braucht es einfach nur noch gesteigertes Wahrnehmungsvermögen. Mit letzterem kann man die feinen Unterschiede im Bewusstseinsraum feststellen, jene Inutition, die uns in die richtige Richtung führt. Täglich, in kleinsten Dingen, aber auch in besonderen Schicksalsfragen. Es ist im Grunde so, dass wir dann zum eigenen Kartenleger werden und keine Karten mehr benötigen.

P.D. Ouspensky, Norbert Claßen und Carlos Castaneda sind die Bücher gewesen, die mich vor gut 20 Jahren zu gewissen Erfahrungen führten, in denen ich erkannte, dass es zwei Arten von Seinszuständen gibt.  Einen echten, und einen sozusagen verkitschten Abklatsch. Oder man kann es auch Gewahrsein nennen, und ein egomanisches despotisches Ich als andere Möglichkeit.

Viel könnte ich darüber schreiben, doch glaube ich, genügt uns heute bereits eine Andeutung, dass innere Stille uns immer tiefer in das Gewahrsein führt. In den Reichtum des Selbst. In den Reichtum der Wahrnehmung, auch den Reichtum von Mutter Erde oder von kosmischen Sphären… – man sollte bei solchen Meditationen aber nichts erwarten, das scheint einer der wichtigsten Schlüßel (sonst funktioniert ja innere Stille nicht).

Wer sich für mehr Informationen interessiert:

Am Anfang steht dieser halbwache Schlaf, den man bei sich, schliesslich auch bei anderen feststellt. Man erkennt oder deutet, dass alle schlafen. Auf einem Nebengleis des Selbst, auf dem Gleis des Ichs, drehen wir uns im Kreise. Unzählige Male kreieren wir Vorstellungen, Illusionen, Gedankengebäude, und Gefühle, die  festgehalten werden obwohl wir sie nicht wollen.

Dieses eine Ich, das sich abwechselt mit so vielen Ichs, die alle auftauchen je nach Handlung, Stimmung und Situation.
Die wahre Tragödie aber ist, dass wir mit solchen Ansichten allein nicht weiter kommen. Viele, die diese Bücher besonders von Ouspensky gelesen haben, denen gefällt bald die Ausrede und Erklärung, dass alle anderen schlafen, und zu leicht halten sie sich mit dieser Ansicht bereits für einen Schritt weiter gekommen. Solche Impulse kenne ich auch von mir.
Nein, Ouspensky sagt sehr deutlich, dass genau darin die Gefahr liegt. Dass man das ERWACHEN nur für sich denkt. Und dabei nur noch tiefer schläft. Da nützt auch nichts, dass man andere meint, beurteilen zu können, sie würden schlafen. Er sagt weiterhin, nur wenn man erwacht ist, würde man andere Erwachte erkennen.

Dennoch hilft der Gedanke, dass alle schlafen, um die Bosheiten zu verstehen. NIEMAND, so Ouspensky, KÖNNTE BÖSES TUN, WENN ER BEWUSST WÄRE. Aufgrund meiner Erfahrung in Erleuchtungszuständen weiss ich, dass wir in einem wirklich bewussten Zustand inmitten des Gewissens leben. Wir würden so ein starkes Gefühl bei einer bösen Tat erleben, dass wir es gar nicht mehr übers Herz bringen könnten. Es würde uns zerreissen. Es wäre, als würde man sich selbst Leid antun.

Jedenfalls wäre der nächste Schritt nach der Erkenntnis, dass man schläft und nicht sein volles Wahrnehmungspotential nützt, die Selbstbeobachtung. Damit stellt man in erster Linie die negativen  Gefühle und Gedanken bei sich fest, die mit ihrer Schwere eben das Einschlafen immer wieder befördern. Wer noch mehr Abenteuergeist hat, versucht es absolut mit allen Gedanken. Vielleicht in Momenten. Es ist ja nicht immer ungefährlich, zB im Straßenverkehr ginge das nicht.

Ich habe da immer so ein Bild: da formieren sich Gedanken und Gefühle zu einem Kino. Zu selten dienen uns diese Gedanken und Gefühle, um einen angenehmen Film zu erfahren oder in die Wirklichkeit zu führen. Wirklichkeit, das ist für mich, was sich ergibt. Sie kann gar nicht (von unserem Verstand) interpretiert werden, sie kann nur gesehen werden.

Es ist sicherlich nicht für jedermann tauglich, diese Bemühung der Selbstbeobachtung andauernd aufzubringen. Aber genau darin könnte auch jede Form von Meditation bestehen, und man könnte sich einige Zeiten am Tage frei machen für solche „Studien am lebendigen menschlichen Geist“.  Aus der Selbstbeobachtung wird das Selbst-Erinnern. Man stellt einfach fest, hier bin ich. Oder man stellt einfach nur das Hier fest, ohne ICH-Bezug, ohne Seins-Bezug. Man könnte sich spaßeshalber fragen, wer beobachtet mich eigentlich? Ist das mein Ich? „Welches Ich haben wir denn da?“ Es gibt so viele Ichs. Sie wechseln, und haben alle verschiedene Anliegen, Motive, Erwartungen und Ziele. Jedes dieser Ichs kann sich dem Selbst-Erinnern widmen. Ich glaube, das Selbst-Erinnern sollte idealerweise sehr nüchtern und unbefangen sein, ohne besondere Ziele, ohne Motive, ohne Ideen darüber, was man gerade tut. Ich weiss nicht, irgendwo sind wir natürlich, es gibt genug zu beobachten, oder besser gesagt, man kann manches an sich registieren, etwa die Empfindung von Wärme oder Kälte. Aber jedenfalls sollte man versuchen dabei nichts zu denken…

Es ist auch eigentlich eine Art Hier und Jetzt Gewahrsein. Schliesslich kann es – umso mehr man die innere Stille anstrebt – zu Phasen der Erleuchtung kommen. Innere Stille, das permanente Bemühen Gedanken und unpassende Gefühle loszulassen. Diese Versuche kehren als Impulse wieder, stündlich, und noch mehr von Tag zu Tag (zurselben Zeit). Das lässt sich nutzen, indem man zB jeden Tag zurselben Zeit diese Versuche unternimmt.

Die Selbstbeobachtung ist sicher nützlich, um eine Art Kategorie zu haben. Eine Kategorie für unser Denken oder Bewusstsein, dass wir die Möglichkeit haben, Dinge an uns vorbei ziehen zu lassen, die in unserem „Bewusstseinsraum“ auftauchen. Damit wir innerlich klar werden, um bereinigt in die Innere Stille gelangen.

Aber wesentlich  könnte sein, dass wir ein Gefühl, eine Stimmung nähren, die uns immer weiter in diese Bereitschaft bringt, innerlich leer zu werden. Übrigens ist es keine Leere, die entsteht, es fühlt sich nur so an. Es kann alles möglich werden. Wir sind noch, wir sehen noch. Üblicherweise wird das, womit wir uns in den letzten Tagen und Stunden beschäftigt haben, in neuer Intensität und Klarheit vor Augen stehen bzw. das positiv Unbewusste (oder höhere Selbst?) lenkt dorthin, wo wir jüngst ein Interesse gebildet haben.

Ich glaube, eine zuversichtliche Stimmung ist sehr wichtig, damit das, was entsteht, nicht aus den üblichen Schatten besteht. Denn leicht kann sich eine Furcht vor dem Unbekannten einstellen, eine Furcht vor  der Leere – nämlich unbewusst. Wir erhalten, was wir in den Kasten einwerfen. Der Kasten ist dabei unser Bewusstsein. Ein positives Gefühl, eine lebensbejahende, leichte Begeisterung oder Neugierde, ein Staunen – so was kann das Spätere sehr stark bestimmen. Und das Spätere, was da mit der inneren Stille erscheint, kann sehr vieles sein. Es ist im Grunde immer das Wunderbare. Eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit. Aber es ist auch möglich, uns selbst zu begegnen.
Auch was uns im Leben blockiert könnte auftauchen, und wo Schicksal sagt: Schau jetzt mal da hin! Es wäre dann sicher der rechte Moment, sonst würde es nicht vor uns auftauchen. Es hängt eben von einem selbst ab, ob Schicksal sagt, es ist dir möglich, diesen Schatten zu klären.  Es würde nicht auftauchen, wenn es uns nicht möglich wäre daraus einen Nutzen zu erfahren.

Das Schwierigste ist eben beim Beginn, nichts zu erwarten, nichts zu denken. Aber ich glaube, wir überschätzen das Vertraute. Wir glauben, in der Stille würden wir verlassen sein von allen guten Geistern. Es ist zweifellos unbekanntes Land… – und vielleicht müssen wir etwas mutig sein, uns auf etwas einzulassen, das wir noch nicht kennen.

Man kann vielleicht auch ein neues Körpergefühl wahrnehmen. Winke und Botschaften, erhöhte Wahrnehmung von Synchronizitäten oder Omen – die allesamt Ausdruck einer Schicksalskraft sind, die das Gute und Beste für uns möchte (ohne andere zu schaden). Hier – in der inneren Stille – glaube ich, sind wir unserer Seele und auch kosmischen Wahrheiten und unserer Bestimmung am nächsten. Die Bestimmung liegt vielleicht nicht nur in der Selbsterkenntnis, sondern wie oben gesagt, es könnten Hinweise auftauchen, die uns auf einen Weg weiter führen, unser Schicksal zu erfüllen.

Übrigens hat für mich aufgrund der so gemachten Erfahrungen das Wort Schicksal nichts negatives an sich. Es ist ein Begriff, in dem das Wort Geschicktheit anklingt. Umso mehr wir sehen, desto geschickter sind wir im Umgang mit dem sogenannten Schicksal.

 

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