Angst und Sorgfalt

Die Angst ist ein Phänomen, das uns glauben machen will, sie sei bedeutsamer als der Frohsinn. Tatsächlich, würde unser universelles Gewissen sagen, dass der Frohsinn wichtiger ist! Welche Ängste auch immer: Die Angst ist ein Versuch, etwas zu verhindern. Doch es erscheint schon auf den ersten Blick vergebens, wenn wir begreifen, dass Angst uns schwächt. Helfen tut uns diese Erkenntnis nicht. Aber sie ist vielleicht der erste Schritt. Der wichtigste Schritt dürfte sein, sich klar zu machen, dass keine Angst etwas verhindern wird, wovor wir Angst haben. Angst ist eben nicht der Zauberstab, der alles bereinigt, und sie ist keine Hoffnung. Allenfalls wäre Sorgfalt zu nennen, dass wir jene Dinge ändern, die wir ändern können. Und dass wir uns mit jenen Dinge arrangieren, die wir hinnehmen müssen, die wir also nicht ändern können. Wenn es widrige Umstände gibt, die wir nicht verhindern können, müssen wir so oder so dadurch – wie man so salopp sagt.

Wieviele Ängste basieren auf den Prägungen der Gesellschaft und der Einflüsse in der Kindheit und Jugend? Was steckt dahinter, dass wir zB glauben, wir seien nichts wert, wenn wir die Erwartungen anderer (der gesellschaftlichen Moral) nicht erfüllen? Geh arbeiten, sei fleissig, mach Millionen! Gar nichts steckt dahinter, ausser Illusion! Wirklich gar nichts ausser Illusionen, und doch sind wir gerade im Alter zwischen 16 und 30 oftmals von diesem Trübsinn heimgesucht. Ich kenne mich, ich kenne viele, die waren nicht gerade begeistert von der gesellschaftlichen Moral. Weil da in dieser Moral nicht gelebt wurde! Es wurde nur geheuchelt, dass sich Sinn und Erfüllung einstellt, wenn wir nur blind und gehorsam uns selbst vergessen, und für den Kitsch irgendwelcher Zahlen leben. Zahlen auf dem Papier. Geld. Diplom. Magister. 100000 Abos auf Youtube. 100000 Klicks für die als Satire getarnte Verunglimpfung irgendeines „Opfers“. Erfülle die Erwartungen anderer, dann bist du was! Wie gerne sind wir erfüllt, von dieser Bedeutung für die Massen. Wir gerne wollen wir „dazugehören“? Ja.
Aber wie sehr verlieren wir uns dabei?

So würde ich die Quintessenz beschreiben, meiner eigenen Erfahrung, ein gutes Stück aus der Matrix herausgewachsen zu sein. Vergiss alles, was nicht bedeutend genug ist! Vergiss alles, was nicht wichtig ist, und wo beim Vergessen kein Problem entsteht.  Und dann fühlst du dich besser. Das geht irgendwie nur, wenn wir Ja sagen, zu irgendetwas. Ja zum Leben. Ja zum Kampf gegen das Nichtsein. Ja zu Gott. Ja zur Erde. Ein bloßes Nein zu irgendetwas, bringt uns noch kein Ziel.

So sind viele Ängste doch wirklich nur ein Resultat der Zuschreibung. Ein Resultat der Erwartung. Kann ich mit nichts leben? Umso mehr ich dabei Glück erfahre, da weiss ich, dass ich leben kann. Da weiss ich, dass ich was wert bin. Da weiss ich, dass es die Seele gibt, die mir sagt: „Endlich hast du mich gefunden“. Und sie sagt mir noch, „sei so gut, und bleib mir treu“. Und wenn diese Treue an die Seele auch gegen die Erwartungen anderer verstößt, im heiligen Trotz gegenüber allen Dunklen, aber nicht im Widerstand, erfüllt sich mir doch der Glaube, dass dieser Weg eine wahre Zukunft hat. Wenn ich auch irgendwann sterbe, was wohl ein Naturgesetz ist, so weiss ich dann: ich habe gelebt, und die Ängste, die waren wie immer vergebens…

Möglicherweise muss man hin und wieder für die Existenz den Affen spielen, wenn man es sarkastisch ausdrückt. Aber währenddessen erlaubt mir Schicksal, das ich dabei innerlich frei bin, dass mich niemand zwingt, die Wirklichkeit ganz anders wahrzunehmen, auch wenn die Vielen um mich herum ihren eigenen dunklen Affen spielen. In treuer Ergebenheit dem Schicksal anderer folgen, das kann ich mir immer und jederzeit aussuchen, genauso gut aber auch meinem eigenen Schicksal folgen. Wie Gott  und der Geist mir nahelegt, es gibt für jeden eine Chance, sein Schicksal zu erfüllen. Warte, sei standhaft, mit deinem Frohsinn, die Zeit wird besser…. – Gott sieht dich, er sieht uns alle, und kennt keine Ausnahme. Doch vergessen wir nie, der Ort Erde hier , das ist ein Lernort, ein Lernplanet. Wenn Dinge nicht anders sein können, und wir im Leben herausgefordert werden, und wir dann aber nicht gebeugt nach Hause gehen: darin liegt doch die Bewährung. Und das macht uns stark, wenn wir die Zuversicht nicht verlieren. Wenn wir es uns aussuchen können, dann weisst du, welche Wahl du treffen musst. Lieber weniger von dem Überdruss wählen, und mehr von Innen sein… – es gibt so viele Dinge, mit denen wir uns Mut machen können.

Ein spontaner Text für die Geplagten in dieser heutigen Zeit….

 

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