Der Aufstieg und das neue Gefühl des Seins

Das Sein ergibt sich. Möglicherweise können wir viel für unser Sein tun, indem wir das Nicht-Sein unter die Lupe nehmen: An diesem Punkt stößt man oft auf Vorstellungen, bzw. Vorstellungsbilder. Nicht immer finden wir dabei das richtige Maß.

Ab und zu brauchen wir das Bewusstsein um Abgründe oder Gefahren, um uns schadlos durch die Widerfährnisse des Lebens zu steuern. Etwa im Straßenverkehr. Als Fußgänger können wir nicht einfach frei auf den Asphalt herum wandern.

Ein Vorstellungsbild kann auch positiv stark motivieren. Zum Beispiel als Leitbild spiritueller Bewusstseinserweiterung. Die Vorstellung, dass Nahrung einen erheblichen Nutzen auf unser Bewusstsein hat. Indem wir manches nur erleben, fehlt uns oft die Übersicht oder Durchdringung. Mit einer Vorstellung, was es bedeutet, in welcher Systematik wir es einordnen können, kann sich oft das Erleben besser erklären lassen. Aber es braucht eine Anwendung der Vorstellungskraft, die nicht zwanghaft sein darf. Es muss immer gewechselt werden können zwischen Erleben und Vorstellung. Dafür braucht man auch ein wenig Flexibilität, also dass man umschalten kann. Und Mut. Mut kommt leicht auf, wenn wir uns einer stabilen Wurzeln versichern können. Eine Grundlage für unser Sein und Bewusstsein, eine massgebliche Bodenhaftung und Erdung. So dass wir erleben können, was unsere Seele oder was unser Leben so bewirkt.
Diese Erdung ist Voraussetzung für ein Zentrum, das uns Halt gibt. Mit so einer Verwurzelung im Sein, brauchen wir zumindest keinen Rat mehr… – also weniger Vorstellungsbilder. Plötzlich darf geschehen, was geschehen will – und das kann bedeutend mehr sein, als wir uns vorstellen können.

Und manche  Vorstellungsbilder können   blind machen, gegenüber wirklichen Gefahren (zB die moderne Gier lässt uns gewissenlos handeln – ist es nicht eine grosse Gefahr, sein Gewissen zu verlieren und sich menschlich leer zu fühlen?). Oder man denke an Vorurteile, bei denen die Gefahr darin liegt, nur noch eine Wut im Bauch zu haben und damit das eigene Leben in diesen Augenblicken der Wut zu verwirken. Sucht, Gier und Angst sind die massgeblichsten Ursachen für Vorstellungsbilder, welche als Leitbilder für unser Erleben und Handeln wirken. Es wird nur noch nach Vorstellung gelebt, in der unermesslichen Qual, noch nicht erfüllt zu sein. Weshalb man weiter sucht – wie Chiron auf der quälend langen Suche nach einer Lösung aus dem Schlamm der Kentauren.

Wobei doch die Erfüllung so nahe liegt, nämlich im echten augenblicklichen Erleben. Jede spirituelle Lehre führt ja eigentlich zu diesem Punkt des Hier und Jetzt Gewahrseins, nicht ohne Grund: Denn dort liegt die Quelle für den inneren Reichtum. Aber eine Vorstellung kann dieses Erleben verhindern oder zumindest einschränken. Das Denken wird sehr überbewertet. Aber bei den Vorstellungsbildern, die auch als gesunde Absicht vorkommen können, muss man immer wieder genau schauen. Denn nicht jede Vorstellung oder Absicht ist schlecht. Mancher Bewusstseinszustand liesse sich ohne Leitbild und Überzeugung (Skorpion) nicht erlangen. Dieses Prinzip Skorpion oder Pluto ist im Leben nicht wegzudenken. Es ist – im Licht der anderen Planeten, wie sie positiv gelebt werden – ein durchaus mächtiger Lichtfaktor, dieser Pluto. Es kommt nur drauf an, die richtigen Dinge zu wählen. Sich auf die richtige Seite zu begeben. Wir kennen alle die Geschichten von Star Wars oder auch anderen Filmen, wo der Kampf Gut gegen Böse stattfindet. Und wer die Heldenarchetypen erkannt hat, stört sich auch nicht mehr an Hollywoord und Spektakel, sondern sieht die Botschaft: Das Licht ist wie ein Held in uns, und verlangt nichts, aber verspricht Erfüllung…

Allgemein kann man sagen, dass Vorstellungen im modernen Leben Überhand nehmen. Wie oft beschränken uns die Vorstellungen in der Erlebnisfähigkeit? Das reine Erleben ist ungezwungen. Unsere seelische Empfindungsfähigkeit kann uns so manche Bedeutung erfahren lassen – aber nur wenn wir dieses Erleben zulassen können und keine Vorstellung das Erlebbare zu sehr eingrenzt. Viel besser ist es doch, wenn wir Vorstellungen aufbauen, die das Erlebte für uns fassbarer machen – aber doch erst nachdem es zum Erlebnis kam!
Erschwerend  für diese Offenheit ist es, dass wir an unserer Vergangenheit leiden, die in diesem irdischen Leben nicht selten belastet ist.

Wenn  ich mir nun den Aufstieg vorstelle, kommt es mir vor, dass wir genau in diesem Punkt der Vorstellungskraft geprüft sein werden. Das soll alles nicht heissen, wir bräuchten keine Vorstellungen mehr. Im Gegenteil, so manche Vorstellung, als Leitbild für unser Verhalten, kann uns sogar in höchste spirituelle Ebenen führen. So ist zum Beispiel das Leitbild des Verzichts eine Ultima Ratio zum Lösen von inneren Krisen. Manchmal lässt sich durch Verzicht auch eine äußere Krise lösen (spätestens das Schicksal der berühmten Wand, auf die wir treffen, zeigt uns  den Nutzen für den Verzicht: nämlich erspartes Leiden).
Ebenso kann manche Vorstellung uns Antrieb für Höheres sein.

Es darf die Vorstellung  nur nicht das Leben oder das Gesuchte ersetzen.

Das Pluto Prinzip

Wie wirkt denn eine Vorstellung? Sie wirkt quasi magisch, indem wir in ein Vorstellungsbild Bedeutung einfliessen lassen. Astrologisch entspricht diese Art von Vorstellung übrigens dem Pluto-Prinzip. Pluto wird auch beschrieben als ein Symbol für „die geistige Gestaltung der Materie“. In spiritueller Hinsicht steckt in Pluto auch die Kraft, die Tiefe, der Zugang zu verborgenen Kräften – und ich glaube (sicher bin ich mir noch nicht), dass zum Wecken oder Anzapfen dieser inneren Kraft eine Losgelöstheit nützlich ist, ab der dann die Absicht die Vorstellung ersetzen kann. Diese Absicht wird dann aber von einer Instanz in und gebildet, die nichts aber auch gar nichts mit dem Verstand zu tun hat (der ja üblicherweise die normalen Vorstellungen bildet).

Beim  „Verzicht“ ist es ja nicht einfach nur die Vorstellung des Verzichtens: „Verzicht ist gut, basta“. Das bedeutet uns nichts und kann uns nicht überzeugen.
Man macht sich mit einer Vorstellung etwas schmackhaft. Beispielsweise könnte man sich das Bild vorstellen: „Mit jedem Verzicht komme ich der inneren Schatztruhe näher“… – diese Schatztruhe kann zB gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit sein, oder Losgelöstheit, die der inneren  Fülle des Lebens dienlich ist…., oder die Ruhe, die nötig ist, um sich seinen Talenten zu widmen…, oder Gesundheit usw. –

Gewöhnlich basieren viele Vorstellungen aber auf Ängsten, oder Frustrationen und hemmen unsere Möglichkeiten. Wir können uns im Leid verlieren, indem wir festhalten! Das Leiden bekommt ein Bild, wird zur Batterie, in der wir weitere Vorstellungen über das Leiden speichern. Jede Situation, in der wir Opfer wurden, besteht aus diesem Mechanismus. Besonders wenn wir den Eindruck hatten, schutzlos anderen ausgeliefert zu sein. In  solchen Vorstellungen kann man sich hineinsteigern –  und umso größer wird die Notwendigkeit sich in dem Festhalten der Vorstellungen (oder Ängsten) zu wandeln. Das Bewusstsein über den eigenen Tod, ohne es natürlich konkret zu nehmen, kann helfen. „Jetzt im Augenblick ist nichts passiert, ich brauche mich nicht hineinsteigern in meine Ängste“.

Aussichten

Ich habe so manchen Verdacht über die nahe Zukunft, dass wir auch immer mehr Realität erleben, die aus den Vorstellungen entwächst. Mit einer Vorstellung ist ja irgendwo auch eine Absicht verbunden, das Vorgestellte erleben zu wollen. Im Guten wie im Schlechten kann das enden. Die Energien des Aufstiegs intensivieren nun wohl jedes Erlebnis. Wenn man  im Aussen nach Gründen für seine Ängste sucht, wird man diese  immer mehr finden. Wenn man dagegen im Innen nach Gründen für die Freude sucht, wird man diese ebenso leichter finden.

Dauerhaft in der Vorstellung zu leben, bedeutet streng gesehen ein verdrängtes (Er-)Leben. Im Kontrast zu den Vorstellungsbildern steht das Hier und Jetzt Gewahrsein, losgelöst von Vorstellungen, wie etwas sein soll. Freilich, wie gesagt, in manchen Dingen brauchen wir eine konkrete Vorstellung, damit zB die Existenz gesichert ist. Aber lösen wir uns doch von den Vorstellungen, wonach Existenz immer hinsichtlich materieller Substanz bewertet wird…. – dann erscheint mir persönlich auch ein Zusammenbruch der wirtschaftlichen Ordnung (vielleicht 2025) nicht mehr bedrohlich.

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